Das ist Latein und heisst: “Tag des Zorns”.

Gestern abend die $§/?§!!-Varadero aus der Inspektion geholt.
Fünf-Hundert-Fünfzig Ocken, dafür, dass NICHTS war, ausser Wechsel aller Betriebsflüssigkeiten plus rundrum Bremsbeläge (der Schweineofen FRISST Bremsbeläge, das ist bei 40tkm der dritte Satz. “Jo”, sagt der Mechanikus, “is’ halt ein sauschwerer Hobel. Brems’ nicht so viel…” Ja, danke für den guten Rat. Ob ich die abgeschliffenen Angstnippel an den Fussrasten ersetzt haben wolle, fragt er mich noch ;-).

Fünf-Hundert-Fünfzig Ocken … bin ich Krösus? Fahr’ ich Ducati? Gut, sie haben die Kiste gewaschen. Umsonst, wie der Werkstattmeister betont. Das sei bei DEM Preis mit dabei. Hahaha.

Vor lauter Schreck hab ich beschlossen, erstmal sämtliche Guzzis (Stücker zwei) vorübergehend stillzulegen. Ich muss sparen, zumal die NSU demnächst auf die Strasse soll. VIER Kräder ist übertrieben. Zweie sollten’s tun. Also heut’ morgen Papiere eingesackt, Nummernschilder ‘runter und zur Zulassungsstelle geradelt. Die Schlange am Schalter ging bis auf die Strasse, ich hätt’ vermutlich das Wochenende dort verbracht, hätte ich mich da angestellt. Also weg. Nächste Woche also mal zur Abwechslung GANZ FRÜH aufstehen (oh, wie herrlich..), am besten gegen viere, wenn’s gerade dämmert und die ersten Amseln piepen, damit man um siebene, wenn der Laden aufmacht, ganz vorne in der Schlange steht, die sich schon vor der Ladenöffnung bildet. Denn die Zulassungsstelle wimmelt von Senioren mit seniler Bettflucht, die sich ein Zubrot verdienen, indem sie anderer Leuts morgendlichen Schlummer dadurch ermöglichen, dass sie gegen schnöden Mammon deren Karren an-, ab-, um- oder sonstwie melden. Das ist gemein, ich will doch Geld SPAREN, und wenn die schon freiwillig so früh aufstehen, wieso muss man sie dann auch noch dafür bezahlen?

Für die Zwangsverpflichtung aller schlaflosen Omis und Opis zum Zulassungsstellenanstehen, jawoll!

TÜV ist in Frankfurt gleich neben der Zulassungsstelle. Hinpedalt, um mit
dem Herrn Inscheniör Kehl, dem Alt-Krad-Kenner des TÜV FFM, einen Termin für die Vollabnahme der NSU auszumachen.

Der Herr Kehl ist nicht da.

Gen Arbeitsstätte geradelt, auf dem Weg dahin die 1a-Idee gehabt, dass ich ja noch bei dem grossen BMW-Händler (Krad und Auto) am Weg halt machen könnte, um mal nachzufragen, was denn eine Inspektion bei einer GS oder bei dem fliegenden Kohlenkasten (K 1100 RS, die so langsam anfängt, mir zu gefallen) so in etwa kostet. Mit ‘m Fahrrad in den Hof, Fahrrad neben einem BMW abgestellt, bin gerade beim abschliessen – da kommt so ein beschlipster Schnösel aus dem Verkaufsraum und sagt: “Wollen Sie ihr Fahrrad etwa HIER abstellen? Neben dem Auto? Das geht nicht .. wenn da was passiert … – stellen Sie ‘s da hinten hin!” (und weist auf die vom Eingang am weitesten entfernte Ecke des Hofes, da, wo die Müllcontainer stehen). Ich hab’ mich auf’m Hacken umgedreht, das Fahrrad geschnappt und bin davongeradelt, nicht ohne ihm zu sagen, dass dies genau die Art und Weise sei, in der man mir KEINE BMW verkauft.

Jetzt sitz’ ich hier vor’m Rechner und verspüre so eine deutliche Schwellung der Vena jugularis interna und externa (vulgo: dicker Hals), die platzen könnten, wenn ich mir keine Luft verschaffe.

AAARGHHH!

Helmut Wicht
wicht(klammeraffe)em.uni-frankfurt.de
www.wehklagen.de
www.gehirn-und-geist.de (-> Wichts Winkel)

Gefunden am 15.5.´08 auf der Newsgroup de.rec.motorrad und mit freundlicher Genehmigung des Autors übernommen

Helmut Wicht hat unter dem Titel “Schräglagen und Wehklagen” ein köstliches Leseschmankerl für Zweirad-Fans geschrieben! Preis 12,90 €, erhältlich z.B. über Amazon.de

Wicht

 

Produktinformation

* Broschiert: 148 Seiten
* Verlag: Lach mal! Verlag (Juni 2005)
* ISBN-10: 3981012801
* ISBN-13: 978-3981012804
* Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 1,2 cm

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