Gemäß § 11 Punkt 2 des Landeshundegesetzes NRW (LHundG NRW) sind Halter von Hunden, die ausgewachsen größer als 40 cm und/oder schwerer als 20 kg sind, verpflichtet, ihre Sachkunde nachzuweisen.

Aber wie und wo weist der angehende oder “frisch gebackene” Hundehalter seine Sachkunde nach? Was bedeutet und beinhaltet die Sachkundeprüfung und wer nimmt sie ab?

Punkt 3 im § 11 des LHundG NRW regelt, dass dieser Nachweis der Sachkunde „durch die Sachkundebescheinigung einer oder eines anerkannten Sachverständigen, einer anerkannten sachverständigen Stelle oder von durch die Tierärztekammer benannten Tierärztinnen und Tierärzte erteilt werden“ kann. Somit stehen Tierärzte und speziell befähigte (ministeriell anerkannte) Hundetrainer und Hundeschulen zur Absolvierung des Sachkundenachweises zur Verfügung. Wer diese Befähigung hat, kann dem Hundehalter die zuständige Stelle in der Stadt- oder Gemeindeverwaltung mitteilen. Grundsätzlich kann der Sachkundenachweis überall in NRW gemacht werden, er wird im gesamten Bundesland anerkannt!

Die Durchführung der Sachkundeprüfung ist nicht überall identisch, verläuft aber zumindest weitestgehend vergleichbar. Es sind eine bestimmte Anzahl Fragen im Multiple-Choice-Verfahren zu beantworten, in der Regel 50. Mancherorts wird lediglich ein Gespräch durchgeführt, in welchem das theoretische Wissen rund um den Hund abgefragt wird. Vom Ministerium geforderte Themenbereiche sind hierbei das Sozial- und Ausdrucksverhalten, rassespezifische Eigenschaften (allgemein), Haltung, Ernährung, Pflege, Erziehung und Ausbildung, Erkennen und Beurteilen typischer Gefahrensituationen, Rechtsvorschriften im Umgang mit dem Hund.

Wichtig ist, dass der Sachkundenachweis personenbezogen ist, und jeweils für eine bestimmte Katagorie Hund (in diesem Fall eben die sogenannten 40/20er-Hunde) gilt. Er behält Gültigkeit, wenn ein neuer Hund derselben Kategorie oder einer Kategorie mit geringerem Gefahrenpotential angeschafft wird. Sind also mehrere Personen an der Betreuung des Hundes beteiligt, so empfiehlt sich der Nachweis der Sachkunde für all diese Personen gleichermaßen.

Wurden vor dem Stichtag 01.01.2003 bereits mehr als drei Jahre große Hunde unbeanstandet gehalten, so besteht eine sogenannte Sachkundevermutung und der Hundehalter muss nicht unbedingt zwingend eine Sachkundeprüfung machen, es sei denn, das Amt schreibt das aus begründetem Anlass vor.

Die Sachkundebescheinigung wird in der Regel verlangt, wenn der Hund beim zuständigen Amt (meist Ordnungsamt) der Stadt oder Gemeinde angemeldet wird. Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich aber, dass die Ämter es meist problemlos akzeptieren, wenn dieser Nachweis zeitnah nachgereicht wird bzw. wenn der Hundehalter mitteilen kann, dass er sich bereits zur nächstmöglichen Sachkundeprüfung angemeldet hat, auch wenn dieser Termin noch in ein bis zwei Monaten Entfernung liegt.

Keine Angst vor der Sachkundeprüfung! Es hört sich hier im theoretischen Sachkontext alles schwieriger an, als es in der Realität ist!

Der gesamte Text des Landeshundegesetzes NRW kann hier runtergeladen werden:

http://www.brd.nrw.de/BezRegDdorf/hierarchie/themen/Sicherheit_und_Ordnung/Ordnungsrechtliche_Angelegenheiten/Landeshundegesetz__LHundG__NRW.php

Einen Kommentar schreiben

Ihre Daten werden niemals an Andere weiter gegeben.
Die Email-Adresse wird nicht angezeigt. Notwendige Felder sind so markiert: *

*
*