logo Ich konnte es kaum glauben, als ich Ende 2010 eine eMail vom finnischen Kennelclub erhielt, in welcher ich als Richter zur Internationalen Hundeausstellung am 3. und 4. Dezember 2011 nach Helsinki eingeladen wurde. Doch es war kein Traum, sondern ernstgemeinte Realität. Der erste Impuls war: „Absagen!“ Wie sollte es funktionieren? Vier Tage weg von Zuhause, was würde aus meinen Mädels in der Zeit? Doch von allen Seiten kamen Zureden, und es war ja wirklich eine Chance, die so schnell wohl nicht wiederkommt. Dank freundschaftlicher Unterstützung und ein bisschen Organisation, nahm ich die Einladung an – wenn auch es doch ein wenig im Magen grummelte …

Am 2. Dezember ging es morgens los. Der Flug von Köln über Amsterdam nach Helsinki verlief problemlos nach Plan. Bereits im Vorfeld nahmen einige finnische SČ-Besitzer Kontakt mit mir auf und wir freuten uns auf das Treffen vor Ort. Der finnische Veranstalter glänzte mit einer Organisation, für die der Begriff „perfekt“ fast zu wenig ist. Am Flughafen stand das Taxi bereit, das alle ankommenden Richter dieser Maschine ins Hotel fuhr. Gleich im Hotelfoyer wurden wir in Empfang genommen, persönlich begrüßt, erhielten ein wunderschönes Gastgeschenk, sowie Infos für die Tage in Helsinki und zu den Abläufen während der Show. Für den Abend war nach dem gemeinsamen – und phantastischen! – Essen ein Richter-Meeting vorgesehen, lapinkoirabei welchem es auch eine kleine Informationsveranstaltung zur finnischen Hunderasse Lapinkoira gab, zu welcher auch Rassevertreter eingeladen waren. Tolle Hunde, die sich bereitwillig begutachten ließen und die Streicheleinheiten sichtlich genossen! So war bereits der erste Abend ein rundum gelungenes Erlebnis.

bastian Am Samstag hatte ich 57 Hovawarte zu richten. Alle Richter wurden im Hotel abgeholt und durch Showstewards zum jeweiligen Ring geleitet. Kein Suchen, keine Irritationen, einfach grandios! Eine perfekt Deutsch sprechende Ringsekretärin und ein professionell arbeitender Ringhelfer standen mir zur Seite, so dass keinerlei Probleme auftauchten. Auch das etwas andere Vergabesystem von Anwartschaften wurde mit ihrer Hilfe mühelos bewältigt. Bester Hund der Rasse wurde der gut 10 Jahre alte Hovawart-Senior Hemivetsän Bastian, ein kräftiger, typvoller sm-Rüde in hervorragender Kondition und mit überzeugend souveränem Wesen. Ein toller Hund!

Abends trafen sich alle Richter und die Mitwirkenden des finnischen Verbandes zu einem mehrgängigen Gala-Diner, welches vom Gesamtambiente und vom Angebot mehr als beeindruckend war. Eröffnet wurde das Festmahl natürlich mit einer lukullischen Lachsvariation, die ich im Leben nicht vergessen werde. War das lecker! Dazu gab es „white wine to the fish“, der dazu beitrug, dass sich sehr schnell sehr nette Gespräche und Kontakte in die Welt ergaben, denn unsere Tischrunde war mit einer Belgierin, einer Französin, einem Holländer und einem Kanadier absolut international.

Am Sonntag genoss ich die xhalleAusstellung als Besucher. Gleich beim Betreten der Hallen bemerkte ich wieder, was mir auch am Samstag schon aufgefallen war. Der auffälligste Unterschied zu unseren Ausstellungen: Es war erstaunlich ruhig und entspannt in den Hallen! Kein Gekläffe, kein Geschreie, kein Gegröle, kein Geknurre. Nur ab und zu xtisch Applaus, wenn ein Hund einen Sieg errungen hatte. Und noch etwas fiel auf: Es gab kein Gedränge! Alles war großzügig angelegt, viel Platz in den Hallen, viel Raum zwischen den Ringen. Und gemütlich war es: Alle paar Meter eine kleine Café-Bar, ein Restaurant, ein Snack-Imbiss, hübsch dekorierte Verkaufsstände, Infostände der Vereine und/oder Rassen. Alle freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit, wenn es mit der Kommunikation sprachbedingt mal nicht so richtig klappte. Und es gab keine üblen Gerüche in den Hallen, alles strotzte vor Sauberkeit! Wie wohltuend war diese Atmosphäre für Mensch und Hund!

Das Angebot der Verkaufsstände ähnelte dem hiesigen durchaus. xhurtta Nur dass es wesentlich mehr Outdoorbekleidung gab – für Mensch und Hund! Fast jeder kurzhaarige Hund und auch viele langhaarige Vierbeiner gehen im Winter offensichtlich mit Mantel auf die Straße, einige sogar mit Schuhen. Dabei spielt aber die Funktionalität eine größere Rolle, modischer Firlefanz und übertriebene Accessoires sieht man eigentlich nicht. Es ist eben normalerweise ordentlich kalt in diesem Land im Winter. Nur dieses Jahr war es vergleichsweise mild mit Temperaturen knapp über Null und ohne Schnee. Dafür wehte ein eisiger Wind.

meica Am Samstag waren laut Katalog 13 SČ gemeldet, die aber nicht alle gekommen sind. An diesem Tag hatte ich wegen meines Richtereinsatzes keine Zeit zu schauen. Am Sonntag waren 7 SČ gemeldet, von denen 4 vorgeführt wurden. Jeder Hund war vom Typ her anders, was wir ja aber aus anderen Ländern auch kennen. Bester Hund der Rasse wurde an beiden Tagen die 6-jährige Hündin Kalliovaaran Meika Princova.

schiff Und dann standen noch 1 1/2 Tage Freizeit (mit Geocaching, hihi) und Sightseeing in dieser sehenswerten Stadt auf dem Programm! Die Sehenswürdigkeiten Helsinkis wurden abgeklappert, Gebäude besichtigt, vom 14. Stock der Ateljee-Bar aus ein Blick über die Stadt geworfen, Markthallen im Hafen besucht, auf zetor den Spuren der Rockgruppe „Leningrad Cowboys“ gewandelt beim Hausmannskost-Essen in der Kultkneipe „Zetor“. Skuriles und Geschichte nah beieinander – das ist Helsinki!

 

Was die Auslagen in diesem Schaufenster unten aber bedeuten sollen, das weiß ich auch nicht!

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Bildquellen:

Lilly Langhart (CH), www.dcnh.de > Lapinkoira

Aino Pikkusaari > Hovawart Hevimetsän Bastian

Isa Eckstein, Petra Krivy > Bilder Helsinki

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